Letzte Woche kam während einer Behandlung genau diese Frage auf: „Warum brauche ich eigentlich täglich eine Pflege mit Lichtschutz? Ich bin doch nur am Wochenende draußen.“ Eine Annahme, die immer noch sehr verbreitet ist. Gerade jetzt beginnt wieder die Zeit, in der die UV-Strahlung stärker wird, auch wenn es sich draußen manchmal noch gar nicht danach anfühlt. Die Sonne steht höher, das Licht wird intensiver und damit nimmt auch die UV-Belastung unserer Haut zu.
UV-Strahlung ist nämlich nicht nur dann da, wenn wir bewusst in der Sonne liegen. Auch im Alltag ist unsere Haut ihr ausgesetzt, auf dem Weg zur Arbeit, beim Spazierengehen, im Auto, am Fenster oder einfach, wenn man wie gewohnt draußen umhersaust. Vieles davon sehen wir nicht sofort. UV-bedingte Hautschäden können sich über die Jahre summieren und tragen sowohl zur vorzeitigen Hautalterung als auch zur Entstehung von Hautkrebs bei.
Welcher Lichtschutzfaktor macht im Alltag Sinn?
Eine Tagescreme mit LSF 15 ist nicht wirkungslos. Das Problem liegt häufig woanders. Von einer Tagescreme tragen wir meist deutlich zu wenig auf und auch meistens nicht überall. Deshalb empfehle ich für das Gesicht im Alltag gerne LSF 50. Nicht, weil ein niedrigerer Lichtschutz nichts bringt, sondern weil ein höherer LSF etwas mehr Reserve schafft.
UVA und UVB – warum wir beides im Blick haben sollten
Der Lichtschutzfaktor allein erzählt allerdings noch nicht die ganze Geschichte. UVB-Strahlung ist vor allem für Sonnenbrand verantwortlich. UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und ist wesentlich an lichtbedingter Hautalterung beteiligt. Beide Formen der UV-Strahlung können Hautzellen schädigen. Beim Sonnenschutz lohnt sich deshalb auch ein Blick auf das UVA-Zeichen im Kreis auf der Verpackung. Es zeigt bei entsprechend gekennzeichneten Produkten an, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors beträgt. Nur auf den LSF zu schauen, greift also etwas kurz. Fehlt dieses Zeichen, ist der UVA-Schutz nicht ausreichend, unabhängig davon, wie hoch der LSF ist.
(Das ist dann wie ein Helm, nur ohne Kinnriemen)
Braucht es deshalb wirklich jeden Tag LSF 50?
Nicht jeder Tag und jede Situation bringen die gleiche UV-Belastung mit sich. Entscheidend sind unter anderem Jahreszeit, Tageszeit, UV-Index und wie lange wir uns draußen aufhalten. Bei einem niedrigen UV-Index und kaum Aufenthalt im Freien ist der Schutzbedarf natürlich ein anderer als an einem sonnigen Sommertag. Und wenn der Sonnenschutz morgens selbstverständlich zur Hautpflege gehört, muss man auch nicht jedes Mal neu überlegen, ob man nun „wirklich draußen“ ist. Für mich ist LSF 50 mit gutem UVA-Schutz deshalb eine sinnvolle Orientierung. Weil wir heute auch wissen, welchen Einfluss UV-Strahlung langfristig auf unsere Haut hat.
Ein kleiner Schritt, der langfristig einen großen Unterschied für unsere Haut machen kann.